Geologie der Thermalquellen von Baden-Baden

 

Der Florentiner Berg besteht aus einer Serie von Sandsteinen, Konglomeraten und Arkosen mit dazwischen eingeschalteten Schiefertonen.
Auf Störungen in den oberkarbonischen Schichten steigt Thermalwasser auf, das in Quellen und Stollen gefasst wird.

Thermalquellen von Baden Baden

In einer tektonischen Störungszone, der Hauptthermalstörung, steigt das Thermalwasser auf verschiedenen Klüften und mit unterschiedlichen Temperaturen auf und bildet 30m über der Talsohle eine Reihe von Quellen. In der Talsohle selbst tritt kein Thermalwasser aus.

Das bedeutet, dass die Hauptthermalstörung abgedichtet ist.

Früher bildeten die Quellen rund 20 verschiedene natürliche Austritte.

1606 unterschied Johann Matthaeus Heuss die Quellaustritte:

Ursprungquelle, Brühquelle, Judenquelle, Ungemachquelle, Höllquelle, Murquelle, Fettquelle, Büttquelle und 3 Quellen zum Kühlen Brunnen.


Die heißeste Quelle ist die Höllquelle mit 68,9 Grad, sie ist auch die Quelle mit dem höchsten Austritt.

 1868-71 wurden durch Robert Gerwig, dem späteren  Erbauer der Schwarzwaldbahn, die Quellaustritte neu gefasst und in zwei Stollen gesammelt.

 

Thermalquellen am Florentiner Berg

 

Am Schlossberg wurden 1967 zwei Bohrungen niedergebracht, die 60 Grad heißes Thermalwasser erschlossen. Das Wasser fließt in einer 630m langen Leitung zum Friedrichsbad.

Schon 1856/57 hatte eine missglückte Steinkohlenbohrung bei Oos in 245m Tiefe salziges Wasser erbracht, das im Bohrloch arthesisch aufstieg.

Die Quellen fördern pro Tag 1,7 Tonnen NaCl und 40 kg LiCl.

Die Temperatur und Konzentration ist unverändert, was Messreihen seit 1894 belegen.

In der Umgebung von Baden-Baden liegt die geothermische Tiefenstufe bei 19-20m je Grad Temperaturerhöhung. Das bedeutet, dass das Thermalwasser aus einer Tiefe von 1200-1500m stammt.

Das Tertiär im Oberrheingraben ist hier 1200m mächtig. So stammt der Mineralgehalt der Wasser vermutlich aus den Schichten des Tertiär.

Das Alter der Thermalquellen ist unbekannt, da keine älteren Sinterablagerungen bekannt sind.

Vermutlich entstanden die Thermalquellen infolge der spätpleistozänen Tektonik, als der Schwarzwald einen starken Aufstieg erfuhr.

Robert Wilhelm Bunsen hat 1861 die Elemente Rubidium und Cäsium im Thermalwasser nachgewiesen

Nachdem die Alemannen die römischen Thermalbäder zerstört hatten, bildete sich ein mächtiger Quellsinterhügel aus Aragonit, untergeordnet Kalkspat und Kieselsinter.

Der Sinterhügel wurde 1869/70 bei Bau des Friedrichsbades abgetragen.

 

 

Thermalstollen im Quellenbereich

 

Quelle:
Rudolf Metz: Mineralogisch-landeskundliche Wanderungen im Nordschwarzwald, 20.Sonderheft der Zeitschrift DER AUFSCHLUSS, 1971
 
Jürgen Herrmann 2016

 

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