Kirchen in Baden-Baden

Stiftskirche

Stiftskirche 1024Die Stiftskirche ist eine im romanischen Stil erbaute Basilika und wurde auf den Fundamenten einer noch älteren Kirche errichtet. Im wuchtigen quadratischen Turmsockel finden wir noch romanisches Mauerwerk. Ihre erste Umgestaltung in eine spätgotische Kirche erfolgte im 15. Jahrhundert. Der heutige Turm stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Die Kirche ist die Grablege der Markgrafen von Baden und den Aposteln Peter und Paul geweiht.

Stiftskirche 2 B

Ende des 15. Jahrhunderts wurde die damalige Pfarrkirche in ein Kollegiat-Stift umgewandelt.

Zu Zeiten der Reformation beherbergte die Stiftskirche im steten Wechsel Protestanten und Katholiken.

Je nach Geisteshaltung der herrschenden Markgrafen wurde die Reformation geduldet bzw. gefördert, oder die Jesuiten aus der Stadt gejagt.

1689 wurde die Stadt von den Franzosen geplündert und niedergebrannt.

Auch die Stiftskirche wurde zerstört und erst im 18.Jahrhundert nach Plänen von Ernst Peter Rohrer im barocken Stil wieder aufgebaut.

 

Stiftskirche 3 B

Im Innern sind folgende Kunstwerke sehenswert:

 

  • Steinkreuz von Nikolaus Gerhaert von Leyden aus dem Jahre 1467
  • Spätgotisches Sakramentshäuschen – um 1490
  • Figur des Heiligen Christopherus – um 1490
  • Sandstein Madonna – um 1500
  • Sitzmadonna, Lindenholz - 14. Jahrhundert
  • Grabdenkmäler der badischen Markgrafen

 

 

 

 

 

 

 

Stiftskirche Risszeichnung 1 700 

Quelle:

Emil Lacroix, Peter Hirschfeld und Heinrich Niester: Die Kunstdenkmäler der Stadt Baden-Baden, Verlag C.F.Müller, Karlsruhe, 1942

 

Evangelische Stadtkirche

Die Kiche Ist eine nach Plänen von F. Eisenlohr aus Sandstein gefertigte Hallenkirche im neugotischen Stil.
Gebaut wurde sie in den Jahren 1855 bis 1864 und die beiden Türme wurden 1876 fertiggestellt.

Evangelische Stadtkirche 1024

Evangeliche Stadtkirche 1 B

Betritt man den Innenraum ziehen die drei Chorfenster Geburts-, Kreuzigungs- und Wiederauferstehungsfenster die Blicke auf sich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spitalkirche

Die Spitalkirche ist eines der ältesten Bauwerke der Stadt.

Erstmalig erwähnt wurde sie im 14.Jahrhundert (1351) als "Kapelle der seligen Jungfrau zum Spital", später "Maria Gnadenbronn."

Sie befand sich außerhalb der Stadtmauern, östlich des Gernsbacher Tores, beim mittelalterlichen Friedhof und dem Spital.

Friedhof und Spital bestanden bis ins 19.Jahrhundert (1843 wurde der Friedhof aufgelassen).Im 15.Jahrhundert wurde die Kirche im gotischen Stil neu aufgebaut.

Im 17.Jahrhundert wurde auf den Grundmauern und dem Chor wieder eine Kirche errichtet. Sie erhielt ein flaches Dach und den barocken Turm.

 

Im 19.Jahrhundert wurde die Spitalkirche Kirche der Alt-Katholiken, ein berühmtes Gründungsmitglied dieser Gemeinde in Baden-Baden war Albert Gönner.

Im Zuge der Umgestaltung des Bäderviertels (1964) wurde das Kirchenschiff um 7m gekürzt, die Fenster symetrisch angeordnet, eine Zwischendecke eingezogen und eine neue Orgelempore errichtet.

Spitalkirche 1 A

Heute dient der Kirchturm als Entlüftungsschacht der Bäder Tiefgarage.

Noch heute steht direkt neben der Kirche der Ölberg, eine 1422 errichtete bildliche Darstellung des Garten Getsemani mit den schlafenden Jüngern und dem betenden Jesus. Der Engel wurde erst im 19.Jahrhundert hinzugefügt.


Im Innern sind folgende Kunstwerke sehenswert:

Chorgestühl – Anfang 16. Jahrhundert (1512) von Meister Hans Kern, Pforzheim
Kanzel - Anfang 16. Jahrhundert
Fenster von Harry Mac Lean – 60ziger Jahre des 20. Jahrhunderts

 

Ölberg Gesamtansicht                        Ölberg Abschnitt

Ölberg Detail1                           Ölberg Detail        

 

St. Johanniskirche

Johanniskirche A

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

All Saints Church,  St. Johanniskirche

ursprünglich „All Saints Church“, wurde 1864/67 nach Plänen von Thomas Henry Wyatt im englisch-normannischen Stil errichtet. Man nennt sie deshalb auch „Englische Kirche“.

 1867 wurde die Kirche von Marcus Gervais Beresford, Erzbischof von Armagh, im Beisein von Kaiserin Augusta geweiht.
Die anglikanische Gemeinde feierte hier ihre Gottesdienste.

1914 mussten bis zum 24. November alle Engländer die Stadt verlassen.

Die Kirche wurde als Lagerhalle genutzt.

Nach dem Krieg wurde ein Nutzungsvertrag mit der evangelisch-lutherischen Gemeinde geschlossen. Die Kirche hieß jetzt "St. Johanniskirche".

1922 wurde die Kirche Eigentum der „Society fort the Propagation oft the Gospel in Foreign Parts“.

1938, spätestens im Herbst 1939 mussten die Engländer die Stadt erneut verlassen und die Kirche wurde wieder zur Lagerhalle.

 

Auch gab es ab 2007 in Baden-Baden wieder eine kleine anglikanische Gemeinde, die von Dr. Friedhelm Haas, Diözesanbischof der Anglican Episcopal Church of Europe, betreut wurde und ihre Gottesdienste in der Klosterkirche zum Heiligen Grab feierte. (1)

Frederick Haas ist Bischof der "Anglican Catholic Diocese of Christ the Redeemer" der Diozöse Deutschland, angrenzende Länder und Malta.

Hauptsitz der Religionsgemeinschaft ist Malta, die Deutsche Vertretung hat ihren Sitz in Baden-Baden, Frühlingsstrasse. (2)

Auf einem Parteitag der AfD (Stuttgart) hielt er einen Gottesdienst ab und bemerkte in seiner Predigt: "Es gibt, wenn man dem Grundgesetz verpflichtet ist, keinen anderen Weg, als sich zum Christentum zu bekennen." (3)

Am 21./22. Januar 2017 wird F.Haas in der Kathedrale von Monreale auf Sizilien zum Ehrenmitglied (Academics of honor) des Deutschen Ordens, Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem ernannt werden. (2)

Die Gottesdienste der Gemeinde finden im Oratorium des Gästehauses Kloster Lichtental statt.(4)


Quellen:

(1) Karl Reinbothe, BT, 19.07.2014

(2) http://www.anglicansonline.eu

(3) Justus Bender, FAZ, 1.05.2016

 (4) St. John's Anglican church, Homepage

 

Pfarrkirche St. Bernhard

Bernharduskirche 1024

 

Die Bernharduskirche ist eine der bedeutendsten Jugendstilkirchen in der Erzdiözese Freiburg.

Als im 19. Jahrhundert die Bevölkerung von Baden-Scheuern (nördlich der Oos gelegen) deutlich wuchs, wurde als Ersatz für die zu kleine Dreieichenkapelle die St. Bernhard Kirche auf einer künstlichen Terrasse in einem ehemaligen Steinbruchgelände am Fuß des Balzenbergs errichtet.

Grundsteinlegung war am 30.Juni 1911. Eingeweiht wurde die Kirche am 10. Mai 1914.

Erbaut wurde sie von Johannes Schroth, einem der bedeutendsten Kirchenbauer um 1900 im badischen Raum der seine Pläne energisch gegen die Kirchenbehörde zu verteidigen wusste.

Als Baumaterial wurde heller Sandstein (Steinbruch W. Rehm in Gernsbach) verwendet.

Beeindruckend ist die Anlage der Treppe, die zwischen den Apostelsäulen von Petrus und Paulus bis zum dreifachen Hauptportal geführt wird.

Der Innenraum des zwölfseitigen Zentralbaus orientiert sich an den Vorbildern von San Vitale in Ravenna und des Aachener Doms.

Über drei Stockwerke aus Pfeilerarkaden, kleineren Arkaden im Laufgang und hohe Rundbogenfenster wölbt sich die Kuppel. Im zentralen Lichtauge der Kuppel leuchtet das Lamm Gottes.

Die Dekorationsmalereien stammen von Karl Leon.

 

 

1 Bernharduskirche 14 3001 Bernharduskirche 17 300

1 Bernharduskirche 9 300

 1 Bernharduskirche  6 300

 

Stourdza-Kapelle

Eine rumänisch-orthodoxe Kapelle zu Ehren des Heiligen Erzengels Michael, dem Namensvetter von Fürst Michael Stourdza.

Dieser war Fürst von Moldau, sprach acht Sprachen und verbrachte seit 1854 die Sommermonate in Baden-Baden.
Als sein Sohn Michael Junior 1863 im Alter von 16 Jahren starb lies er auf dem nach ihm benannten Michaelsberg von Leo von Klenze, dem Architekten der Sankt Petersburger Eremitage, eine Kapelle als Grablege der Familie errichten.
1866 wurde sie eingeweiht.

 

Stourdza 1 B

Stourdza 2 B

1872 wurde Stourdza Ehrenbürger von Baden-Baden.

 

Stourdza 33 B

Max Beckmann Die Stourdza-Kapelle-2Max Beckmann:
Die Stourdza-Kapelle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bonifatiuskirche

Bonifatiuskirche 400

Vor dem Bau der Kirche mussten die BürgerInnen der Dörfer Beuern und Geroldsau (heute Stadtteile von Baden-Baden) jeden Sonntag einen weiten Weg zurücklegen.
Erst ab 1811 durften sie in der Lichtentaler Klosterkirche (hinter einer Trennwand) ihre Messe feiern. Vorher war nur der Besuch der Stiftskirche innerhalb der Stadtmauern von Baden-Baden möglich.

Die Kirche wurde von Bauinspektor Carl Dernfeld (Architekt des Friedrichsbades und der Kurhauskolonaden) im neuromanischen Stil konzipiert und von 1864 bis 1869 aus dem roten Porphyr des nahe gelegenen Leisbergs errichtet.

 

Kirchenschiff1

 

In der Nacht des 11. März 1943 wurde die Kirche von einer Fliegerbombe getroffen.

 

Lichtental mit der Bonifatiuskirche 400

 

 

Kirchenschiff

Die Glocken mit ihrem Salve-Regina Motiv goss Albert Junker jun. aus Brilon (Saarland) 1953.

Geläut der B...
Bonifatiuski...
Bonifatiuski...
Bonifatiuski...

 

Ab den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts  (2. Vatikanisches Konzil) wurde der Innenraum der Kirche mehrfach umgestaltet.

© Willi Andreas Weishaupt 2015


Bildnachweis:

  • Baden-GEO-Touren
  • Festschrift zum 125. Weihetag, St. Bonifatius


Literatur:

  • Festschrift zum 125. Weihetag, St. Bonifatius