Kalenderblatt

  • Kalenderblatt 10. November 1759

    Kalenderblatt 10. November

     

    Am 10. November 1759 wurde Christoph Friedrich Schiller

    1024px Friedrich Schiller par Bendixen

    Arzt und Philosoph, Historiker und Schriftsteller in Marbach am Neckar geboren.

     

     

    "Ich bin besser als mein Ruf."

    Maria Stuart

  • Kalenderblatt 10. November 1938

    Kalenderblatt 10. November 

    Baden-Baden, am 10. November 1938

     

    7:00

    2-Mann-Trupps (ein SS-Mann und ein Polizist) suchen die ihnen zugeteilten Häuser auf, nehmen die dort wohnenden jüdischen Männer fest und bringen sie zur Polizeidirektion.

     

    11:00

    Mit einem plakatgroßen Judenstern, auf dem „Gott verläßt uns nicht!“ stand, mussten ca. 80 jüdische Männer durch die Stadt marschieren.

    Vom Polizeigebäude (heutiges Ärztehaus Vincenti, Sophienstr. 47) ging es durch die Gernsbacher Straße zum Jesuitenplatz, dann die Lange Straße entlang bis zur Sternstraße, Richtung Trinkhalle bis zur Luisenstraße. Von dort zurück über den Leopoldsplatz in die Lichtentaler Straße. Zwischen Augusta- und Bertholdplatz links ab in die schmale Stephanienstraße und dann bis zur Synagoge (heutig profan als Parkplatz des Badischen Tagblatts genutzt).

     Baden Baden Festnahme von Juden

    Bundesarchiv

    12:00

    Die jüdischen Männer müssen durch ein Spalier von SS- und Gestapo-Männern, die sie schlagen und anspucken, ihr Gotteshaus betreten.

     

    13:00

    A.Flehinger wird gezwungen Passagen aus „Mein Kampf“ vorzulesen.

    Den Juden wird befohlen das „Horst-Wessel-Lied“ zu singen, ihre Kopfbedeckung abzunehmen und groteske Turnübungen vorzuführen.

    Sie müssen vor der Synagoge ihre Notdurft verrichten.

     

    14:00

    Die Männer werden in das jüdische Hotel Central (Sophienstr. 2) geführt.

    Dort werden sie von dem örtlichen Gestapochef Schray in „Schutzhaft“ genommen. Die „Haftfähigen“ wurden noch am Abend zum Bahnhof und von dort in das KZ Dachau gebracht.

     

    14:30

    Die leergeräumte Synagoge wird von SS-Leuten in Brand gesetzt.

    Die Abbruchkosten (9.000 RM) mussten von der jüdischen Gemeinde bezahlt werden.

    Als im Februar 1937 die jüdischen Kurgäste von den Heilbädern ausgeschlossen wurden protestierten die Hoteliers und einige Bewohner.

    1938 erhob sich keine Stimme mehr.

     

    BT 11.11.1938

    Badisches Tagblatt, 11.11.1938

     

    Quelle: Angelika Schindler, Der verbrannte Traum, Elster Verlag

  • Kalenderblatt 10.Januar, Zille

    Kalenderblatt 10. Januar

     

    Am 10. Januar 1858 wurde Heinrich Rudolf Zille,

    Grafiker, Maler und Fotograf in Radeburg geboren.

    Heinrich_Zille_by_Hugo_Erfurth_1922.jpg

    H.R. Zille, Fotograf Hugo Erfurth, 1922

    Zillemuseum Berlin

  • Kalenderblatt 11. November 1918

    Kalenderblatt 11. November

    Am 11. November 1918 endete der I. Weltkrieg.

    Um 5 Uhr morgens wurde der Waffenstillstand von Compiègneunterzeichnet und trat sechs Stunden später in Kraft.

    Gekämpft und gestorben wurde bis zur letzten Minute.

    An diesem letzten Kriegsvormittag starben über 2.000 Soldaten, über 8.000 wurden verletzt.(1)

     

    Wenn irgend jemand fragt, warum wir starben,

    Sagt ihnen, weil unsre Väter gelogen haben.

    John Kipling, Epitaphs of the War

     

    Dritte Flandernschlacht Oktober 1917 Imperial War museum London

    Dritte Flandernschlacht Oktober 1917, Imperial War Museum, London

     

     

    Quellen/Literatur:

    (1) Adam Hochschild, DER GROSSE KRIEG, Klett-Gotta, S. 434

    Christopher Clark, DIE SCHLAFWANDLER, DVA

     

     
  • Kalenderblatt 12. November 1918

    Kalenderblatt 12. November

     

    Am 12. November 1918 erließ der Rat der Volksbeauftragten (Übergangsregierung von SPD und USPD) mit Friedrich Ebert an der Spitze ein neues Wahlgesetz.

     

    „Die Abgeordneten werden in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl von den über zwanzig Jahre alten Männern und Frauen nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. Der Wahltag muß ein Sonntag oder öffentlicher Ruhetag sein. Das Nähere bestimmt das Reichswahlgesetz.“

    Weimarer Reichsverfassung, Art. 22, Abs. 1

     

    Erstmals in Deutschland durften Frauen wählen und gewählt werden.

     

    Bei der Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 gingen 87% aller Frauen zur Wahl. Von 300 Kandidatinnen wurden 37 in den Reichstag gewählt. Dieser Frauen-Anteil von knapp neun Prozent wurde erst wieder bei der Wahl zum Deutschen Bundestag 1987 erreicht.

    Nur 14 Jahre später entzogen die Nationalsozialisten den Frauen das passive Wahlrecht.

     

    "Die Frauen dürfen so wenig auf die Hilfe der Männer warten, wie die Arbeiter auf die Hilfe der Bourgeoisie."

    August Bebel

     

     Frauenwahlrecht Plakat

     

    Geschichte des Frauenwahlrechts in Deutschland

  • Kalenderblatt 12. September 1847

    Kalenderblatt 12. September

    „Keine Gewalt dränge sich mehr zwischen Lehrer und Lernende. Den Unterricht scheide keine Confession“.

    Am 12. September 1847 trafen sich in Offenburg, „der weltberühmten Demagogenstadt“
    nach offiziellen Angaben 900, nach Angaben der Veranstalter
    Friedrich Hecker und Gustav von Struve ca. 10.000 Menschen.
    An diesem Sonntag wurden die „Forderungen des Volkes“ proklamiert,
    ein 13 Punkte Programm.
     
    Forderungen des Volkes Offenburg 1847
    Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte, Schloß Rastatt -Bundesarchiv-
    In der zweiten Offenburger Erklärung, ein halbes Jahr später, trafen sich bereits ca. 20.000 Bürger in Offenburg. Inspiriert durch ihre Vorbilder aufs der Schweiz verkündeten sie:
    „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, vereint durch eine Freiheit, frei durch eigene Kraft“.
    Aus einem Flugblatt „34 Fürsten oder eine Republik?“:
    „Die Last der Abgaben erdrückt das Volk; ein gedrücktes Volk aber ist nie frei!
    Und wenn seine Führer glauben, das Volk sei zufrieden mit den schönen Reden, welche sie seit Jahren gehalten, so wird es sich bald zeigen, daß sie sich irren und daß das Volk sich von den bisherigen Führern trennt und auf eigene Faust handelt!“
    Am 12. Mai 1849 versammelten sich ca. 40.000 Anhänger der Republik in Offenburg.
    In diesen dritten Offenburger Forderungen wurde die „gesamte Rechts- und Machtvollkommenheit“ für das Parlament, gewählt durch „sämtliche“ Staatsbürger beansprucht.
     
    Am 23.Juli 1849 endete der badische Freiheits-Traum mit der Kapitulation Rastatts vor den Preußen.
     
     
    Bildnachweise/Quellen/Literatur:
    Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte, Schloss Rastatt -Bundesarchiv-
    in Baden-Württemberg 3/1997, G.Braun Buchverlag
  • Kalenderblatt 13.10. Groddeck

    Kalenderblatt 13.Oktober

                                                                                                                                                                                                                                                                                                

    Am 13. Oktober 1866 wurde Dr. Georg Groddeck,

    Arzt, Psychoanalytiker, Wegbereiter der Psychosomatik, Sozialreformer und Schriftsteller in Bad Kösen an der Saale geboren.

     

                                       GG Zeichnung von Elsa Holmquist 1926

                                          G.Groddeck, Zeichnung von Elsa Holmquist, 1926

     

    Angestrengt denken taugt nichts,

    lieber warte ich, bis mir der gute Gedanke einfällt;

    und während des Wartens ist gut Träumen.

    Georg Groddeck

                                                                                                                            sucher

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  • Kalenderblatt 13.November 1872 Ostseeflut

    Kalenderblatt 13. November

    In der Nacht vom 12. auf den 13. November 1872 ging die Ostsee an Land.

    Ende Oktober 1872 schoben heftige Stürme aus Südwest das Wasser der Ostsee nach Norden. Die Stürme hielten tagelang an. Immer mehr Wasser der Nordsee floß von Westen in die Ostsee hinein.

    Ab dem 10. November ließ der Wind deutlich nach.

    Das war die Ruhe vor dem Sturm. Der Wind drehte, der aufkommende Nordoststurm entwickelte sich in der Nacht vom 12. auf den 13. November zum Orkan und trieb die gewaltigen Wassermassen nach Süden.

    Der Sturm und das Hochwasser verwüstete die gesamte Ostseeküste von Dänemark bis Pommern.

    Über 18 Stunden blieb der Wasserstand bei zwei Meter über Normal.

    Die Gartenlaube 1872 b 859

    Die Gartenlaube, 1872

     

    270 Menschen kamen ums Leben, 15.000 wurden obdachlos und fast 3.000 Gebäude wurden zerstört.

     

    Die große Woge Franz Schensky ullstein bild

    Franz Schensky, Die große Woge, ullstein

    https://www.museum-helgoland.de/home/themen/franz-schensky.html

  • Kalenderblatt 14. November 1918

    Kalenderblatt 14. November

    Am 14. November 1918 verkündete die demokratische provisorische Volksregierung die freie Volksrepublik Baden, die Badische Republik.

     

    Wappen Baden 1849

    Die Badische Republik existierte nur 15 Jahre lang.

    Mit dem Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich im Jahr 1933 verloren alle Länder ihre Souveränität.

  • Kalenderblatt 15. Februar Galileo Galilei

    Kalenderblatt 15. Februar

     

    Am 15. Februar 1564 wurde Galileo Galilei,

    Physiker, Mathematiker, Astronom und Philosoph,

    in Pisa geboren.

    Galileo Galilei D.Tintoretto 1606

     Galileo Galilei, Portrait von Domenico Tintoretto, 1602/07

     

    Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will.

    Galileo Galilei

  • Kalenderblatt 15. November 1884

    Kalenderblatt 15. November 1884

    Am 15. November 1884 trafen sich in Berlin auf Einladung Otto von Bismarcks die Vertreter der europäischen Länder,

    der USA und des Osmanisches Reiches,

    um eine einvernehmliche Aufteilung Nord-, aber vor allem Zentral-Afrikas und der Kongo-Region, zu erreichen.

    Bei dieser, als "Kongokonferenz" bekannten Maklerei,

    erhielt Leopold II., König von Belgien und einer der reichsten Männer Europas, das gesamte Gebiet der heutigen Republik Kongo, als seine private Kolonie.

    Ludwig II. investierte keinen belgischen Francs in den Aufbau staatlicher Strukturen. Stattdessen beutete er seinen Freistaat, zwanzigmal so groß wie sein heimisches Königreich, brutal aus.

    Elfenbein und Kautschuk waren begehrt.

    Wenn die Afrikaner zu wenig Kautschuk lieferten, schnitten ihnen die Belgier oder deren Söldner, die Hände ab.

    Innerhalb von 30 Jahren starb die Hälfte der Einwohner.

     

     

    15. November 1908

    als der Völkermord durch amerikanische und europäische Veröffentlichungen publik wurde,

    verkaufte Leopold II. seine Kolonie an den belgischen Staat.

    50 Millionen belgische Francs bekam er dafür.

    Belgien übernahm auch Schulden von 45 Millionen für bereits begonnene Bauprojekte und weitere Schulden über 100 Millionen belgische Francs.

  • Kalenderblatt 16. Februar, Julianenflut

    Kalenderblatt 16. Februar

     

    Am 16. Februar 1164 kam die Nordsee an Land. 

    Die erste historisch belegte große Flut ertränkte das Küstenland und die Wesermündung 12 Meilen landeinwärts. 

    Die Julianenflut war die erste schwere Sturmflut nach dem Beginn des koordinierten Deichbaues, vierzig Jahren zuvor. Damals holte Bremens Erzbischof holländische Siedler ins Land. 

    Doch die Deiche hielten nicht.

    Welle_GS.jpg

    Warren Keelan, Australian Photography Awards 2020, modified

    Extremwetter in den letzten tausend Jahren

  • Kalenderblatt 17. Februar

    Kalenderblatt 17. Februar

     

    Am 17. Februar 1673 starb Jean-Baptiste Poquelin, alias Molière,

    der Meister der Komödie, Schauspieler und Theaterdirektor, 

    in Paris.

    Moliére_1.jpg

    An jenem Abend wurde im Palais-Royale seine Komödie "Der eingebildete Kranke" zum vierten Mal aufgeführt.

    Den Hypochonder Argan spielte ein todkranker Molière.  

    Auf der Bühne litt er unter Atemnot und Hustenattacken. 

    Er wurde nach Hause gebracht und starb, noch in Argans Kostüm.

     

    https://www.projekt-gutenberg.org/autoren/namen/moliere.html

  • Kalenderblatt 17. Juni 1933

    17. Juni 1933 - Bücherverbrennung in Baden

    Heute vor 85 Jahren, am 17. Juni 1933 fanden im „Gau Baden“ (z.B. in Bretten, Heidelberg, Karlsruhe, Offenburg und Pforzheim) im Rahmen der von der Hitler-Jugend durchgeführten „Kampfwoche gegen Schund und Schmutz“, Bücherverbrennungen statt.

    Diese„Aktion wider den undeutschen Geist“ inszenierten die Nationalsozialisten bereits ab dem 7. März 1933.

    Auch in Baden-Baden.

     

     

    Quellen/Links:

    Bildnachweis: © baden-geotouren

  • Kalenderblatt 17. November 1934

    Kalenderblatt 17. November

    Am 17. November 1934 starb Joachim Ringelnatz, der große Schriftsteller, Kabarettist, Maler und Kinderfreund

    in Berlin.

     

    Kinder Verwirr Buch 01

     

    Seid ihr alle da?
    Ja??
    Dann schreit einmal Hurra.
    Denn, geliebte Kinder

    Ich bin der

    Kasperle und bin wieder da.
    Bin vergnügt, seid ihr es auch.
    Lacht ein Loch euch in den Bauch
    Aber gebt dabei recht acht,

    Dass ihr nicht danebenlacht.


    Wer hier stört und wer nicht gut
    Aufpasst, kriegt eins auf den Hut.

     

     

    Diese und andere Verse schenkte Joachim Ringelnatz zu den Figuren, die Doktor Eugen Schmidt in Baden-Baden an Weihnachten 1933 für seine Kinder geschnitzt hatte.....

    Quelle: Wikisource

  • Kalenderblatt 19. Februar 1474 Kopernikus

    Kalenderblatt 19. Februar

     
    Am 19. Februar 1473 wurde Nikolaus Kopernikus,
    Arzt, Astronom, Mathematiker und Domherr,
    in Thorn, im heutigen Toruń geboren.
     

    Kopernikus.jpg

    Porträt von Nikolaus Kopernikus, Kopernikus Museum, Thorn

    Das Auge hält sich nämlich überall für den Mittelpunkt der Sphäre alles ringsum Sichtbaren.
     

    Kopernikus Museum, Toruń

     

  • Kalenderblatt 19. Juni 1600

    Kalenderblatt 19. Juni 1600

     

    Der Badische MarkgrafEduard Fortunat von Baden-Rodemachern stürzt auf der Treppe der Burg Kastellaun in den Tod.

     

        Treppe.jpg

  • Kalenderblatt 20. Februar 2020

    Kalenderblatt 20. Februar

     

    Die italienische Ärztin Dr. Annalisa Malara ging am frühen Morgen des 20. Februar 2020 im lombardischen Städtchen Codogno zur Arbeit. 

    Einem Mann mit seltsamen Symptomen verordnete sie, regelwidrig, einen Corona-Test. 

    Damit entdeckte sie den offiziell ersten Corona-infizierten Patienten in Europa.

     

  • Kalenderblatt 21. Juni 1870

    Kalenderblatt 21. Juni 1870

     

    Clara Immerwahr

     

    Am 21. Juni 1870 wurde Clara Immerwahr in Polkendorf (Schlesien) geboren.

    Ihr Vater war diplomierter Chemiker, Landwirt, Handelsrichter in Breslau.

    Er experimentierte erfolgreich mit einem von ihm entwickelten Kunstdünger.

    Clara und ihre drei Geschwister wuchsen in einer sehr liberalen jüdischen Familie auf. Im Sommer bekamen die Kinder auf Gut Oswitz Privatunterricht und im Winter besuchten Clara und ihre beiden älteren Schwestern die höhere Mädchenschule in Breslau.

    Jedoch hatten die Mädchen nach dieser bis zu zehn Jahren dauernden Ausbildung keinen qualifizierten Abschluss.

    1896 durfte Clara als Gasthörerin bei Vorlesungen für Experimentalphysik und Chemie (Breslau) dabei sein. Ein Jahr später legte Clara ihr Abitur ab. Sie war nun berechtigt ein Studium aufzunehmen. Clara studierte Chemie.

    1900 promoviert Clara mit „magna cum laude“.

    Sie ist die erste Frau in Deutschland, die im Fach physikalische Chemie promovierte und die erste, die das Verbandsexamen Chemie ablegte.

    1901 heiratete sie den jungen Professor der Chemie Dr. Fritz Haber, der in Karlsruhe forschte und lehrte.

    Clara schwärmt von einer „Ehe à la Curie“, aber bald ahnt sie, dass sie nicht stark genug sein wird, sich Fritz gegenüber zu behaupten.

    Fritz denkt nur an seine Karriere. Ihre Mitarbeit an seinen Veröffentlichungen verschweigt er.

    1902 kommt ihr Sohn Hermann zur Welt und Clara verschwindet endgültig von der wissenschaftlichen Bühne.

    „Ich halte nichts von geistigen Amazonen“ hatte ihr Doktorvater zu ihr gesagt.

    Clara hält noch Vorträge über „Naturwissenschaften im Haushalt“.

    In Karlsruhe entwickelte Fritz Haber die Synthese von Ammoniak aus Wasserstoff und dem Stickstoff der Luft, für die er 1918 den Nobelpreis erhielt.

    Fritz hintertrieb Claras wissenschaftliche Aktivitäten, kümmerte sich nicht um seinen Sohn. Nur er durfte im Rampenlicht stehen, seine Frau hatte zu repräsentieren und zwar „standesgemäß“.

    Aber das ist nicht Claras Welt.

    Clara kleidete sich „unvorteilhaft“, bevorzugte „Reformkleider“ (ohne das übliche Korsett), ging einkaufen und empfing die Gäste ihres Mannes mit umgebundener Küchenschürze.

    1914 meldete sich Fritz freiwillig zum Kriegsdienst und wurde Chef der „Hauptwehrstoffabteilung“.

    1915 fand in Köln ein Großversuch mit Chlorgas statt. Man hatte Schützengräben nachgebaut und Tiere darin festgebunden. Dann wurde Chlorgas eingeleitet. Fritz war begeistert, alle Tiere starben, erstickten jämmerlich.

    Clara nannte diese Versuche eine „Perversion der Wissenschaft“.

    Am 22. April 1915 wurden bei Ypern unter Fritz Habers Aufsicht 160 Tonnen Chlorgas freigesetzt. Eine 6km breite und 1km tiefe Gaswolke trieb Richtung Franzosen.

    Tausende starben.

    Fritz wurde auf kaiserlichen Befehl Hauptmann.

    Zurück in Berlin feierte Fritz seine Beförderung.

    Clara und Fritz stritten sich wieder heftig.

    Nachdem die Gäste sich verabschiedet und Fritz sich zu Bett gelegt hatte (wie immer nach Einnahme eines starken Schlafmittels), nahm Clara seine Dienstpistole, ging in den Garten und erschoss sich.

     

    Quellen:

    Leitner, Gerit von. 1993.Der Fall Clara Immerwahr: Leben für eine humane Wissenschaft. München. Beck.
    Wikipedia
    SWR
     
    Trailer: Clara Immerwahr | SWR
  • Kalenderblatt 22. Oktober 1911

    Kalenderblatt 22. Oktober

    Am 22. Oktober 1911 greift zum ersten Mal ein Pilot eines Flugzeugs Menschen an.

     Erste Flugzeug Bomben 22.10.1911

    phanTECHNIKUM, Wismar

     

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