Johannes Schroth

 

Johann Schroth 180geb. 18. Dezember 1859 in Jöhlingen, † 23.11.1923 bei Offenburg

war Architekt, Baurat und um 1900 einer der wichtigsten Kirchenbaumeister im badischen Raum, begann ein Architekturstudium in Karlsruhe und Charlottenburg.

 

 

 

 

 

 Mit 25 Jahren begann er seine Architekten-Laufbahn im erzbischöflichen Bauamt Heidelberg unter Ludwig Maier.*

Nach drei Jahren geht er nach Berlin zu August Orth, einem angesehenen freien Architekten in der Reichshauptstadt.

Doch bereits ein Jahr später (1888) kommt er zurück, jetzt ins erzbischöfliche Bauamt Karlsruhe unter Adolf Williard.

Dort wird er 1893 zunächst nur kommissarischer und dann vier Jahre später offizieller Leiter der Baubehörde.

Bereits früh benutzt er neuromanischen Formen, wie etwa bei St. Johannes in Wagshurst, wo er sich an der Benediktiner-Abtei in Schwarzach orientiert.

Beim Bau der Sinzheimer Pfarrkirche eskaliert der Streit zwischen Schroth und Meckel und erst nach dessen Entlassung baut Schroth Kirche um Kirche.

Karlsruhe war um 1900 eines der Zentren des Jugendstils in Deutschland.

Schroth übernimmt diese Bauform. Die Avantgarde waren andere: Hermann Billing, der die Kunsthalle in Baden-Baden erbaute, Robert Curjel oder Karl Moser.

Die bauen die Pauluskirche in Basel, die Christuskirche und die Lutherkirche in Karlsruhe, aber die Lutherkirche in Baden-Baden errichtet Martin Elsaesser.

Und Schroth baute St. Bernhard in Badens Weststadt. Ein Kuppelbau aus hellem Murgtaler Sandstein, vielleicht dem wichtigsten Jugendstilbau in der Erzdiozöse Freiburg.

Die kirchliche Empörung war groß.

Doch Schroth setzte sich durch.

Schroth wurde mehrfach geehrt und 1918 hat der badische Großherzog ihn zum Baurat ernannt.

Die Aufbruchsstimmung der 1920er Jahre sollte Johannes jedoch nicht mehr erleben.

Er starb, noch nicht einmal 64 Jahre alt. Begraben wurde er in Karlsruhe.

* Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gab es vier Erzbischöfliche Bauämter im Großherzogtum Baden:
Karlsruhe und Freiburg, dann Heidelberg und Konstanz.

Max Meckel, ausgebildet in Köln, jetzt erzbischöflicher Baudirektor in Freiburg, war Vorgesetzter aller vier Bauämter und nicht gut auf Schroth zu sprechen. Er warf ihm vor „wenig geschult“ zu sein.

Schroth keilte dagegen.

Die Erzbischöfe ließen nur neugotisch oder neuromanisch designte Kirchen zu.

Die Konflikte waren vorgegeben.

Quellen:

[1] Foto aus dem St.-Lioba-Blatt Nr.42 vom 19.10.1913, Diözesanarchiv Freiburg

Ulrich Coenen, BNN, Januar bis März 2014


Interessante Kirchen:

  • Achern, St. Stefan
  • Daxlanden, Heilig-Geist-Kirche
  • Ettlingen, Herz Jesu
  • Gengenbach, Kirche der Franziskanerinnen
  • Hockenheim, St. Georg
  • Kappelrodeck, St. Nikolaus, „Achertäler Dom“
  • Karlsruhe, St. Bonifatius
  • Kehl, St. Johannes Nepomuk
  • Kuppenheim, St. Sebastian
  • Neusatz, Jugendstil
  • Offenburg, Dreifaltigkeitskirche
  • Ottenau, St. Jakob
  • Ottersweier, Pfarrkirche
  • Steinbach, St. Jakobus
  • Wagshurst, St. Johannes der Täufer

 

Willi Andreas Weishaupt 2014

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